Partnerschaftlich Handeln Bundeswehr

Partnerschaftlich Handeln - Projektfeld Bundeswehr.
Wissenschaftliche Begleitung von Train-the-Trainer-(of-the Trainer-) Maßnahmen in bundeswehrinternen Fortbildungseinrichtungen

Auftragsförderung: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)
Laufzeit: 11/2002 - 03/2006
Leitung: Prof. Dr. Cornelia Helfferich
Team: Michael Hahn, Dipl. Soz.; Natalie Zimmer, Dipl. Soz.-Päd.; Rainer Wagner
Typ der Forschung: Evaluation, Methodenkombination
Kooperation:
in Zusammenarbeit mit der Pro Familia/ProPhila Freiburg statt (Gerhard Tschöpe Dipl.-Päd.: Leitung der Durchführung des Praxisprojekts)
Erstellung des Manuals: Sinus, Köln

Fragestellung

Die BZgA hat in aufeinander aufbauenden Modellprojekten Bausteine entwickelt, um junge Frauen und Männer außerhalb des schulischen Kontextes für die Themen Partnerschaft und Familien-/Lebensplanung zu erreichen. Das Projekt „Partnerschaftlich Handeln - Projektfeld Bundeswehr. Wissenschaftliche Begleitung von Train-the-Trainer-Maßnahmen in bundeswehrinternen Fortbildungseinrichtungen" stellt die dritte Stufe in dieser Reihe der Projekte dar, die Beratungs- und Begleitungskompetenzen bezogen auf partnerschaftliches Handeln am Arbeitsplatz strukturell implementieren. Die Bundeswehr ist einerseits ein wichtiges Sozialisationsfeld, andererseits bestand ein entsprechender Fortbildungsbedarf angesichts der Wandlungsprozesse, denen die Bundeswehr unterworfen ist (u.a. Öffnung aller Bereiche für Frauen, steigende Bedeutung der Fragen von Vereinbarkeit Soldatenberuf und Familie).
Mit dem „Train-the-Trainer-(of the-Trainer)"-Ansatz wurde ein in der institutionellen Hierarchie weiter oben ansetzender Zugang erprobt. Die viereinhalbtägigen Seminare für Ausbilder an 29 Schulen der Bundeswehr wurden von ProPhila, Freiburg durchgeführt. Die Fortbildungsmaßnahme umfasst Schulen aller militärischen Organisationsbereiche (Heer, Luftwaffe, Marine, Sanitätsdienst, Streitkräftebasis). Die Module behandeln die Themen „Frauen und Männer in der Bundeswehr", „Partnerschaftliches Verhalten" (Mobbing, Diskriminierung, sexuelle Belästigung"), „Vereinbarkeit von Familie und Beruf" sowie „Kommunikatives Handeln" (pädagogisch-organisatorische Kompetenzen). Das bereits für partnerschaftliches Handeln am Arbeitsplatz entwickelte Manual wurde für die Bundeswehr als Institution mit einer besonderen Auftrag, einer besonderen Organisationsform und einer spezifischen (männlich codierten) Arbeitskultur angepasst.

Forschungsdesign

Die wissenschaftliche Begleitung beinhaltet eine Methodenkombination mit u.a.:

  1. Befragung von ExpertInnen aus dem bundeswehrinternen Beratungsbereich
  2. Evaluation der Fortbildungsveranstaltung durch teilnehmende Beobachtung ausgewählter Seminare, standardisierte schriftliche Befragung von Teilnehmer/-innen der Fortbildung als Vollerhebung (vorher/nachher); zusätzliche schriftliche Rückmeldung des sexualpädagogischen Teams
  3. Rückmeldung an das Team und Auswertung in Reflexionsworkshops

Die wissenschaftliche Begleitung kombiniert Elemente von summativer und formativer Evaluation in Verbindung mit einer Analyse von Rahmenbedingungen

Veröffentlichungen

Für die Evaluation liegt ein nicht veröffentlichter Abschlussbericht vor. Die Erfahrungen mit der Implementation von Gender- und Vereinbarkeitsthemen in einer männlich dominierten Organisation wurden in einem gesonderten Fachheft der BZgA zusammengefasst:

Gender-Fragen in männlich dominierten Organisationen

Links

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